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AC-Foto Kalender 2017 Teil 1/3

Seit vielen Jahren ist es Tradition,  dass AC-Foto einen Jahreskalender mit schönen Tierfotos herausbringt. Genau wie in 2016, wurde auch der Kalender für 2017 von Hermann Hirsch, Kevin Winterhoff, Jan Ole Weidert (Design & Layout) und mir, Jan Piecha zusammengestellt. Naturfotos sind immer mit Vorarbeit, Geduld, Erfahrung und einem Quäntchen Glück verbunden, weshalb es in der Regel zu jedem Foto auch eine Geschichte gibt. In diesem Beitrag möchten wir damit beginnen, einige Hintergrund-informationen zu unseren Kalenderbildern zu erzählen. So kann man als Betrachter nicht nur die Fotos genießen, sondern auch etwas über die Aufnahmen erfahren und sich etwas besser in die Situationen hineindenken.

Titelbild: Feuriger Nebel (Foto: Jan Piecha)

0Die Aufnahme zeigt eine Uferschnepfe im allerersten Licht des Tages. Während einer Mitgliederversammlung der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) in Bad Essen, zog es einige Mitglieder der GDT-Jugendgruppe in das Ochsenmoor südlich vom Dümmer. Dort kehren zu dieser Zeit die Watvögel aus ihren Winterquartieren zurück und besetzen die Reviere in den Feuchtwiesen. Als die Sonne flach über den Horizont schien, stiegen einzelne Nebelschwaden von einer Wasserstelle auf. Im Vordergrund stand eine Uferschnepfe, die sich hervorragend von der Wasseroberfläche abhob. Das Zusammenspiel mehrerer passender Umstände sorgte für eine wunderbare Situation in Moor. Leider lässt sich die Geräuschkulisse anhand des Bildes nicht übertragen, denn Brachvögel, Bekassinen und Graugänse trugen mit ihren Rufen noch zur grandiosen Stimmung bei.

Januar: Überlebenskampf (Foto: Kevin Winterhoff)

1Der Winter ist für Tiere ein echter Überlebenskampf. Was für uns Abende vor dem Kamin, Punsch und Gemütlichkeit bedeutet, kehrt sich in der Natur zum schlimmsten Albtraum um. Die Gefahr dem Winter zu erliegen und das nächste Frühjahr nicht zu sehen ist nicht nur real, sondern wahrscheinlich. Viele Tiere haben besonders bei hoher Schneelage ein echtes Problem. Auch Bussarde gehören dazu. Um jedes Stück Futter wird gestritten und gekämpft und häufig siegt und überlebt nur der Stärkere. Bis diese Actionszene so im Kasten war, musste Kevin viele Stunden in einem Tarnversteck in der Kälte ausharren.

Februar: Dominanz (Foto: Hermann Hirsch)

2Seit einigen Jahren fotografiert Hermann im Winter an einer selbstgebauten Fotohütte. Er füttert dort Singvögel und Fasane, von denen sich teilweise bis zu 18 Tiere gleichzeitig dort tummeln. Bei so vielen Individuen bleibt etwas Futterneid nicht aus, weshalb einige ältere Fasanenhähne ihre Dominanz ausspielen. Die Aufnahme zeigt wie Hahn einen jüngeren Rivalen vom Futter wegbegleitet. Das helle Umfeld der Winterlandschaft bietet dabei einen wunderbaren Kontrast zum farbenfrohen Gefieder dieser Vögel.

März: Neugieriger Bastbock (Foto: Hermann Hirsch)

3Morgens, noch vor der Berufsschule, treibt sich Hermann manchmal bereits in den Feldern bei Dortmund herum. Die gerade aufblühenden Rapsfelder bieten dabei eine tolle Kulisse und sind auch Anziehungspunkt für so manche Tierart. Ursprünglich war ein Fasan sein Motiv der Begierde, dem er zu Fuß auf den Fersen war. Bei der Pirsch traf er auf zwei Rehe, von denen ihm eines einen neugierigen Blick zuwarf. Inmitten des noch recht jungen Rapsfeldes ergibt sich ein wunderbares Umfeld für den Rehbock.

April: Hasenarena (Foto: Hermann Hirsch)

4Für diese Aufnahme der kämpfenden Hasen musste Hermann mehrere Male die Felder im Dortmunder Norden abfahren. Obwohl er wusste, dass sich das Naturschauspiel zu dieser Zeit dort abspielt, konnte er sie die ersten Male nicht entdecken. An diesem Morgen war plötzlich alles anders und sie taten ihm den Gefallen ihre Streitigkeiten im sanften Morgenlicht auszutragen. Diese Kämpfe gehören übrigens zum Paarungsverhalten von Feldhasen. Mehrere Männchen jagen sich erbittert durch die Felder, stellen sich auf die Hinterbeine, boxen sich und reißen sich sogar Haarbüschel aus. Grund dafür ist, dass in der Nähe ein paarungsbereites Weibchen ist, das sie für sich behaupten wollen.

Der zweite Teil zu unserer Kalenderserie wird am 01. November erscheinen und Ihnen die nächsten vier Aufnahmen etwas näher bringen.

Jan Piecha

Jan Piecha

Jan Piecha

Mein Name ist Jan Piecha (*1990) und ich bin Naturfotograf. Das kommt vermutlich daher, weil ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin, wo man auch mit extrem viel Mühe der Natur nicht aus dem Weg gehen könnte.
Vor vielen Jahren bekam ich von meinen Eltern eine erste Digitalkamera zum Geburtstag, die ich vorzugsweise in der Natur ausprobiert habe. Aus den Versuchen wurde ein Hobby und aus dem Hobby eine Leidenschaft. Besonders gerne fotografiere ich Vögel und Säugetiere, da die Herangehensweise an diese Arten immer wieder aufs Neue spannend ist und auch mal Action geboten wird. Dabei arbeite ich gerne an Geschichten zu Arten oder Gebieten und nicht nur am einzelnen Bild.
Obwohl mir die Motive vor der Haustür am liebsten sind, genieße ich es auch komplett neue Gegenden in fernen Ländern zu erschließen. Annähernd jede Art fehlt noch im Archiv und man kann sich ganz von neuem austoben. An den Bildern und Erinnerungen solcher Touren kann ich mich noch Jahre später erfreuen.
Jan Piecha

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