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~ Ein Wochenende im Moor ~

Am vergangenen Wochenende fand in Bad Essen, im westlichen Niedersachsen, die Mitgliederversammlung der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) statt. Dort trafen einige von uns jungen Fotografen aufeinander, unter anderem auch mein guter Kumpel Hermann Hirsch, von dem hier auch des Öfteren zu lesen ist. Bei dieser Gelegenheit zieht es uns immer in die Moore nördlich von Osnabrück, weil die Natur dort zu dieser Zeit geradezu explodiert.

Insgesamt habe ich dort drei Morgen fotografiert und dabei viele geniale Beobachtungen machen können. Obwohl es abends noch das ein oder andere Bierchen in angenehmer Gesellschaft gab, klingelte morgens um halb sechs der Wecker. Es ging ins Moor! Eine halbe Stunde Fahrt trennte uns noch von den herrlichen Motiven und dem wunderbaren Morgenlicht.

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Am Rand des Moores gab es direkt eine wunderbare Kulisse zu bewundern. EOS 5D III + ef 500/4 II + 1,4 Extender III , © Jan Piecha

Im Moor angekommen wurde man von den Eindrücken erschlagen. Es waren einige Rehe und Hasen unterwegs, die Uferschnepfen jagten sich durch die Wiesen, Kiebitze ließen ihre Balzflüge sehen, überall waren Lachmöwen und Gänse zu hören und aus der Ferne trällerte ein Großer Brachvogel. Auch wenn es jeden Morgen eine Qual war sich nach ca. 4 Stunden wieder aus dem Schlaf zu reißen, hat es sich doch jedes  Mal gelohnt. Die Uferschnepfen sind dankbare Motive und lassen sich mit etwas Geschick auf verschiedene Art und Weise fotografieren.

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Die Uferschnepfe präsentierte sich im schönsten Morgenlicht auf einem, für sie typischen Zaunpfahl. EOS 5D III + ef 500/4 II + 1,4 Extender III , © Jan Piecha
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Da alle anwesenden Fotografen volljährig waren, haben sich die Uferschnepfen es sich nicht nehmen lassen für Nachwuchs zu sorgen. EOS 5D III + ef 500/4 II , © Jan Piecha
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Der perfekte Morgen! Nebelschwaden ziehen durchs Moor, während am Horizont die Sonne aufgeht. Eine Uferschnepfe vor einer Wasserfläche machte die Szene perfekt. EOS 5D III + ef 500/4 II + 1,4 Extender III , © Jan Piecha

Neben den „normalen“ Bewohnern des Moores gab es auch einige besondere Beobachtungen. Vogelarten wie Großer Brachvogel, Rohrweihe oder Bekassine lassen dem Naturfotografen in der Regel schon das Herz schneller schlagen. Kommt dann noch ein großer Trupp Kampfläufer dazu, ist der Morgen perfekt. Das Highlight war jedoch eine Sumpfohreule, die ich gleich an zwei Morgen beobachten konnte. Sobald sie sich in die Luft begab, wurde sie intensiv von Kiebitzen und anderen Vögeln attackiert, sodass sie sich schnell wieder in die Vegetation absinken ließ, um sich zu verstecken.

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Ein Kampfläufer durchstreift eine Feuchtwiese auf der Suche nach Fressbarem. EOS 5D III + ef 500/4 II + 1,4 Extender III , © Jan Piecha
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Ein seltener Anblick! Eine Sumpfohreule hat sich in der Feuchtwiese niedergelassen. EOS 5D III + ef 500/4 II + 1,4 Extender III , © Jan Piecha

Am letzten Morgen fotografierten wir noch an einem Schilfgebiet, wo sich ein weiteres Highlight ergab. Die Blaukehlchen balzten eifrig und ließen ihren schönen Gesang erklingen. Nebenbei waren noch Fasane und Rohrammern in dem Gebiet unterwegs, die als angenehmer Beifang empfunden wurden.

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Eine männliche Rohrammer lässt sich im Schilfgürtel beobachten. EOS 5D III + ef 500/4 II + 1,4 Extender III , © Jan Piecha
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Einer unserer schönsten Singvögel gibt sich die Ehre, das Blaukehlchen. EOS 5D III + ef 500/4 II + 1,4 Extender III , © Jan Piecha

Es war ein gelungenes Wochenende mit vielen netten Gesprächen bei der Mitgliederversammlung, viel Spaß mit einigen chaotischen Fotografen und auch der ein oder anderen schönen Aufnahme, trotz viel zu wenig Schlaf. Es lohnt sich doch immer wieder früh morgens in der Natur unterwegs zu sein. Die Bilder wurden mit einer EOS 5D III und einem Canon 500/4 L IS II aufgenommen.

Jan Piecha

 

 

 

Jan Piecha

Jan Piecha

Mein Name ist Jan Piecha (*1990) und ich bin Naturfotograf. Das kommt vermutlich daher, weil ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin, wo man auch mit extrem viel Mühe der Natur nicht aus dem Weg gehen könnte.
Vor vielen Jahren bekam ich von meinen Eltern eine erste Digitalkamera zum Geburtstag, die ich vorzugsweise in der Natur ausprobiert habe. Aus den Versuchen wurde ein Hobby und aus dem Hobby eine Leidenschaft. Besonders gerne fotografiere ich Vögel und Säugetiere, da die Herangehensweise an diese Arten immer wieder aufs Neue spannend ist und auch mal Action geboten wird. Dabei arbeite ich gerne an Geschichten zu Arten oder Gebieten und nicht nur am einzelnen Bild.
Obwohl mir die Motive vor der Haustür am liebsten sind, genieße ich es auch komplett neue Gegenden in fernen Ländern zu erschließen. Annähernd jede Art fehlt noch im Archiv und man kann sich ganz von neuem austoben. An den Bildern und Erinnerungen solcher Touren kann ich mich noch Jahre später erfreuen.
Jan Piecha

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