Ein Bericht & Kurztest von Marc Rehberg
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt … Dieses Sprichwort trifft in der Wildlife-Tierfotografie zu 100 Prozent zu!
Ursprünglich hatte ich geplant, das Canon RF 1200 mm 1/8.0 L IS USM zu leihen, um junge Uhus zu fotografieren. Für ein solches Vorhaben benötigt man ein lichtstarkes Supertele mit enormer Brennweite – genau das bietet das RF 1200 mm! Mit diesem Gedanken im Hinterkopf machte ich mich auf den Weg und verbrachte vier Tage im wilden Auetal, um das Objektiv auf Herz und Nieren zu testen.


Am ersten Abend stand zunächst eine Erkundungstour durch das Revier auf dem Programm. So konnte ich mir einen Überblick verschaffen und das neue Objektiv in Ruhe ausprobieren. Leider war insgesamt wenig Bewegung zu beobachten, doch auf dem Rückweg begegnete mir ein Feldhase – perfekt, um die ersten Bilder zu schießen!


Der zweite Abend begann voller Tatendrang. Mit dem 1200 mm im Rucksack machte ich mich auf den Weg zu den Uhus. Leider konnte ich keine Jungvögel entdecken. Ich verweilte eine Weile an der Steilwand, beobachtete die Umgebung, doch weit und breit waren keine Nachwuchsvögel zu sehen. Es schien, als seien sie bereits ausgeflogen und auf großer Entdeckungsreise. Auch an den folgenden Abenden versuchte ich mein Glück erneut, doch ohne Erfolg. Ein Jungvogel saß hoch oben in der Steilwand, unerreichbar für die Kamera.

Planänderung hieß es also! Ich suchte andere Stellen im Revier auf. Ich wusste von einem Fuchsbau mit jungen Füchsen und es stellte sich heraus, dass sogar die angrenzende Wiese gemäht war: perfekte Bedienungen also, um ein paar gelungene Bilder zu machen. Und tatsächlich, kurz vor Sonnenuntergang traten die Jungfüchse auf die Wiese. Das RF 1200 mm zeigte auch bei wenig Licht beeindruckende Leistung: Der Autofokus saß präzise und klebte förmlich an den kleinen Füchsen.








Am nächsten Morgen klingelte dann um 3:30 Uhr der Wecker und gegen 4 Uhr ging es dann für mich und das 1200er auf zum nächsten Ansitz. Langsam wanderte die aufgehende Sonne über die Wiese am Waldrand, als plötzlich dieser Rehbock auf die Wiese trat. Die Bilder waren im Kasten!





Am selben Morgen begegnete ich an einer anderen Stelle einer Ricke im Kornfeld. Sie kam direkt in der Fahrgasse auf mich zu. Selbst unter erschwerten Bedingungen wie Abschattung und Getreidepflanzen im Vordergrund klebte der Autofokus an dem Tier.





Am letzten Abend besuchte ich noch eine mir bekannte Stelle, an der ein Waldkauz seine Höhle hat. Er war zwar da, zeigte sich aber wenig kooperativ, denn er schlummerte tief und fest.

Mein Fazit: Es waren tolle Tage im Revier mit diesem wunderbaren Supertele-Objektiv, das durch ein wahnsinnig gutes Handling für solch ein Objektiv mit seiner doch großen Brennweite von 1200 mm besticht! Selbst freihändiges Fotografieren war gar kein Problem!

Über Marc Rehberg

Ich bin Marc-Andre Rehberg, 32 Jahre alt und komme aus dem Auetal, im Landkreis Schaumburg. Die Fotografie begleitet mich schon von klein auf, sie wurde mir quasi in die Wiege gelegt und schnell war für mich klar, dass die Wildlife Tierfotografie meine große Leidenschaft ist, da ich ein sehr naturverbundener Mensch bin.
Ich will mit meiner Fotografie den Menschen die Schönheit der heimischen Tierwelt näherbringen. Dabei arbeite ich stets mit größtem Respekt und Rücksicht zum Tier und kooperiere hier zusammen mit der Jägerschaft und der Naturschutzbehörde des Landkreises.
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