Tasmanien zum Zweiten

Ein fotografischer Dialog von Hermann Hirsch und Karsten Mosebach

Hermann:

Wir sind jetzt zum zweiten mal in Tasmanien gewesen, das erste mal hat uns irgendwie nicht gereicht…

Karsten:

Jau, wir wollten noch Berglandschaften und die kühlgemäßigten Wälder und Regenwälder fotografieren. Das ist uns bei unserer ersten Reise nicht gut gelungen, da zunächst unsere Ausrüstung für das strenge Winterwetter nicht geeignet war und am Ende der Reise das Wetter mit dem ständig blauen Himmel und dem ständigen Sonnenschein zu schön war, um gute Landschafts- oder Waldfotos zu machen.

Hermann:

Letztlich haben wir während der ersten Reise daher vor allem Tiere und die Küstenlandschaften fotografiert. Und jetzt bei der zweiten Reise haben wir die großen Teleobjektive zuhause gelassen. Das ist für eingefleischte Tierfotografen wie uns natürlich nicht einfach, hat aber den Vorteil, dass wir uns tatsächlich voll und ganz auf die Landschaftsfotografie konzentriert haben. Ich denke, dass der Plan auch aufgegangen ist. Wir hatten auf jeden Fall auch Wetter, das beschissen genug war, um schöne Stimmungen im Wald zu haben – auch wenn es eine Zerreißprobe für das Equipment war. So gab es doch einige Tage, an denen die Sucher der Kameras von innen beschlagen waren.

Karsten:

Ich war im Nachhinein sehr zufrieden mit den Ergebnissen, gerade wenn man die Ergebnisse beider Reisen hinsichtlich der Landschaftsfotos miteinander vergleicht. Für viele Motive hat es sich gelohnt, bei widrigen, nassen und kalten Bedingungen zu fotografieren. Zudem ist es natürlich wie an allen andere Orten auch – ein einzelner Aufenthalt allein reicht nicht aus, um eine schöne (Foto)geschichte erzählen zu können.

Hermann:

Letztes mal waren wir nicht nur auf der Ausrüstungsseite, sondern auch mental nicht auf dieses nasse und kalte Wetter eingerichtet. Wenn man im Frühling und Sommer nach Australien fährt, denkt man schließlich nicht zuerst an Schnee… Diesmal dagegen wussten wir, was uns blüht, wenn wir sogar im tasmanischen Winter auf der Insel unterwegs sein würden. Was war eigentlich dein Lieblingsmoment bzw. dein Lieblingsort?

Karsten:

Am großartigsten waren ganz klar die zwei Tage am Devils Gullet. Das Wetter wechselte im Minutentakt zwischen Schneeschauern, Sonnenschein und Regenschauern hin und her. Und dabei diese wunderschöne Schlucht vor den Füßen zu haben hat mich nachhaltig beeindruckt.

Hermann:

Geht mir genauso. Ich habe zudem diese supernassen, triefenden Wälder in Erinnerung. Es war nur wenige Grad über Null, und es regnete und tropfte und plätscherte an jeder Ecke. Das hat mich auch sehr beeindruckend. Wenn man Feucht-Wälder fotografieren will, ist das einfach das beste Wetter.

Karsten:

Ich war sehr froh, dass wir uns diesmal im Vorfeld mit der Navigation mittels GPS-Geräten vertraut gemacht haben. Denn bei der ersten Reise haben wir uns auf allen längeren Touren mit schöner Regelmäßigkeit verlaufen und die Wege nicht mehr gefunden. Diesmal hat das deutlich besser geklappt. Zum Beispiel im Walls of Jerusalem Nationalpark, wo der Weg unter der dicken Schneedicke nun wirklich nicht mehr zu sehen war. Ohne GPS wären wir dort völlig aufgeschmissen gewesen.

Hermann:

Ja, das war sehr gut. Und wir hatten diesmal ja noch Paul dabei. Letztes mal waren wir nur zu zweit unterwegs. Diesmal hatten wir mit meinem alten Schulfreund Paul noch eine dritte Person dabei, die jedoch nichts mit Fotografie am Hut hat. So war Paul uns besonders dann eine große Unterstützung, wenn wir die komplette Campingausrüstung samt Essen für mehrere Tage durch die Gegend getragen haben.

Ich glaube, in unmittelbarer Zukunft fahren wir aber erst mal nicht mehr nach Tasmanien, oder?

Karsten:

Vermutlich nicht, nein. Aber nicht deswegen, weil die Insel keine dritte Reise wert wäre, sondern weil es einfach ein verflixt weiter Weg ist bis dorthin. Und man sich vielleicht auch noch andere Orte anschauen möchte. Für mich ist Tasmanien schon ein echtes Traumziel. Ich finde die Insel grandios schön. Und wenn sie „um die Ecke“ läge, wäre ich ständig dort.

Hermann:

Das geht mir genauso.

Zur Ausrüstung:

Wir hatten jeweils eine Canon 5D Mark IV sowie eine EOS R dabei. Die meisten Bilder haben wir jeweils mit unseren 24-105 mm-Objektiven fotografiert. Daneben hatten wir noch ein 2,8/70-200 mm, ein 4,5-5,6/100-400 mm, zwei 2,8/16-35 mm, ein 1,8/35 mm sowie einen EF Extender 1.4x III und einen EF Extender 2.0x III sowie diverse Filter, zwei Fernauslöser, zahlreiche Akkus und zwei Stative (einmal Gitzo, einmal Rollei) dabei.

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