Es ist ein stilles Drama, dass sich jedes Frühjahr auf den heimischen Feldern und Wiesen ereignet. Tausende Ricken gebären ihre Kitze in den hohen Graswiesen unserer Heimat. Bei der ersten Mahd wird das schnell zur tödlichen Gefahr für sie.
Die erste Mahd des Jahres fällt unglücklicherweise immer mit der Geburt der Rehkitze zusammen. Rehkitze haben keinen Eigengeruch. Sie sind dadurch geschützt und bewegen sich selbst wenn jemand sehr nahe kommt, nicht. Denn das hohe Gras und ihr fehlender Geruch ist das einzige was sie vor Fressfeinden beschützt. Beim Mähwerk wird das jedoch den Kitzen zum Verhängnis.
Ich habe das Glück in einer Gegend zu leben, in welchem die meisten Landwirte und Jäger sehr engagiert sind und alles tun, um diesen sinnlosen Kitztod zu verhindern. So durfte ich schon mehrere Male dabei sein, wenn die Wiesen vor der ersten Mahd abgesucht werden. Zumeist sind es Jäger die diese Arbeit übernehmen. Nein, nicht um den Rehbestand und die damit verbundenen Jagderfolg aufrecht zu erhalten, sondern aus Tierliebe. So zumindest meine Erfahrungen.
Die Rettungsaktionen laufen wie folgt ab. Man geht in einer Reihe im Abstand von zwei Meter zueinander durch die Wiesen. Findet jemand ein Rehkitz, so wird an dieser Stelle ein Holzstab in die Erde gerammt, sodass man das Tier nach dem kompletten Absuchen der Wiese wiederfindet und heraustragen kann. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, keinen Geruch an den Kitzen zu hinterlassen, da die Ricke das Kitz nur annimmt, wenn es nicht nach Mensch riecht. Dafür benutzt man in der Regel große Grasbüschel.
Trotz aller Vorsicht ist es nicht garantiert, dass man alle Kitze findet. Sie sind von kleinauf darauf geeicht sich möglichst gut zu verstecken. Der Schmerz der einen durchfährt, wenn man trotz Durchsuchen der Wiese das Geräusch des stockendem Mähwerks, ist nicht zu beschreiben.
Längst nicht immer stellen sich so viele Freiwillige wie dieses Jahr bereit um die Felder zu durchsuchen. Dieses Jahr waren wir 11 Leute, sind gemeinsam 8 km durch Wiesen gelaufen und haben dabei 5 Kitze gefunden. Keines wurde dieses Jahr übermäht, ein herrliches Gefühl.
Bei der Reportage dieser Arbeit konnte ich mich wieder einmal hervorragend auf meine Canon verlassen. Seit einiger Zeit benutze ich die Modelle der 5er Reihe und bin sehr zufrieden.
Bei den Objektiven habe ich zurückgegriffen auf ein Canon 2.8/100 Makro, sowie ein Sigma ART 1.4/24, welches in Kombination mit einem Polfilter auch am helllichten Tag gute Ergebnisse liefert. Auch das Sigma ART 1,4/50 habe ich bei einigen Kitzportraits eingesetzt.
- Mit Kindern auf Expedition II – Costa Rica als Elternzeit - 18. Juli 2017
- Mit Kindern auf Expedition Teil I – Costa Rica als Elternzeit - 9. Juni 2017
- Wenn Rehkitze sterben… - 30. Mai 2017
Herrlich……vielen Dank für euren Einsatz. Als Tierliebhaber, Naturfreund und Fotograf freut mich es besonders über eure “Heldentaten” zu lesen. Danke an Alle und weiter so……
LG Wolfgang