~ Trees of Tissa ~

Anfang des Jahres war ich mit meiner kleinen Familie für vier Wochen in Sri Lanka. Meine Freundin hatte sich zu Beginn etwas Zeit an den schönen Stränden der Südküste gewünscht, bevor wir uns im Osten des Landes auf die Suche nach der wilden Seite von Sri Lanka gemacht haben. Im Vorfeld hatte ich meinen Fokus auf die dort angebotenen Safaris in den Nationalparks gesetzt, aber vor Ort gab es noch viel mehr zu entdecken.Als strategisch sinnvoll gelegenen Ort zwischen mehreren Nationalparks hatte ich mich für das kleine Städtchen Tissamaharama, kurz „Tissa“ entschieden. Viele Urlauber kommen dort nur ein oder zwei Tage hin, machen schnell eine Safari und fahren weiter. Sehr schade, denn der Ort hat noch vieles mehr zu bieten: Pfaue, Warane, Schlangen, Reiher, Pelikane, Krokodile, Affen und vieles mehr. Das wilde Leben findet dort hauptsächlich zwischen den Reisfeldern und an den großen Seen statt. Genau diese Seen waren auch häufig mein Anlaufpunkt auf meinen Fototouren. Am Südufer des Lake Tissa gibt es eine Uferpromenade mit einigen knorrigen Bäumen, deren Äste voller Moos hängen.

Ein Graupelikan auf den Lake Tissa. Canon EOS 80D + Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM II. © Jan Piecha
Der Blick von der Uferpromenade auf den See. Canon EOS 5D III + Canon EF 24-70/4.0 L IS USM. © Jan Piecha

Unter ihnen treffen sich regelmäßig einheimische zum Baden oder Beisammensein und verbringen somit ihre Freizeit darunter. Die Uferpromenade ist nicht sonderlich attraktiv gestaltet, aber bei einem Blick nach oben ergeben sich ungeahnte Blickwinkel. Die Details innerhalb der Bäume hatten es mir einfach angetan, weshalb ich mich gezielt auf einige Details der Bäume konzentriert habe. Hierbei erwies sich mein neues Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM II als gute Entscheidung, weil ich hiermit den Bildausschnitt sehr individuell gestalten konnte. Die Canon EOS 80D war hierbei auch eine nette Ergänzung, da ich einige Tiere durch den Cropfaktor noch größer ins Bild bekommen konnte.

Zwischen den Bäumen tummeln sich jede Menge Tiere. Diesen Haubenadler konnten wir bei der erfolgreichen Jagd auf einen Paddyreiher beobachten. Canon EOS 80D + Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM II. © Jan Piecha
Ton in Ton. Ein Mittelreiher auf einem der abgestorbenen Äste. Canon EOS 5D III + Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM II. © Jan Piecha
Bei den moosbehangenen Ästen eignet sich auch eine Krähe als attraktives Motiv. Canon EOS 80D + Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM II. © Jan Piecha
Zwei Hirtenstare bewundern die Baumstrukturen. Canon EOS 5D III + Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM II. © Jan Piecha
In den knorrigen Ästen hat es sich ein Storchschnabelliest gemütlich gemacht. EOS 5D III + Canon EF 100-400/4.5-5.6 L IS USM II. © Jan Piecha

Nur ein paar hundert Meter weiter gab es zudem noch eine große Flughundkolonie, an der abends immer ein wahnsinniges Naturschauspiel zu beobachten war. Reiher, Ibisse, Pelikane und Schlangenhalsvögel kamen aus allen Himmelsrichtungen angeflogen um die großen Bäume als Schlafplatz zu nutzen. Im Gegensatz dazu begannen tausende Flughunde in die Nacht zu starten und über unseren Köpfen umherzufliegen. Unter den Bäumen schlummerten derweil einige größere Krokodile im Sumpf.

Abends kamen die Flughunde auch an den mächtigen Bäumen des Südufers vorbei. Canon EOS 5D III + Sigma 35/1.4 DG HSM ART. © Jan Piecha
Die Nacht beginnt und die Flughunde beginnen ihre Schlafbäume zu verlassen. Canon EOS 5D III + Sigma 35/1.4 DG HSM ART. © Jan Piecha

Ein wirklich genialer Ort für Naturliebhaber, an dem ich hoffentlich nicht zum letzten Mal war.

Jan Piecha

Jan Piecha

Jan Piecha

Mein Name ist Jan Piecha (*1990) und ich bin Naturfotograf. Das kommt vermutlich daher, weil ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin, wo man auch mit extrem viel Mühe der Natur nicht aus dem Weg gehen könnte.
Vor vielen Jahren bekam ich von meinen Eltern eine erste Digitalkamera zum Geburtstag, die ich vorzugsweise in der Natur ausprobiert habe. Aus den Versuchen wurde ein Hobby und aus dem Hobby eine Leidenschaft. Besonders gerne fotografiere ich Vögel und Säugetiere, da die Herangehensweise an diese Arten immer wieder aufs Neue spannend ist und auch mal Action geboten wird. Dabei arbeite ich gerne an Geschichten zu Arten oder Gebieten und nicht nur am einzelnen Bild.
Obwohl mir die Motive vor der Haustür am liebsten sind, genieße ich es auch komplett neue Gegenden in fernen Ländern zu erschließen. Annähernd jede Art fehlt noch im Archiv und man kann sich ganz von neuem austoben. An den Bildern und Erinnerungen solcher Touren kann ich mich noch Jahre später erfreuen.
Jan Piecha

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