Die Heide blüht

Wie jedes Jahr zwischen Ende August und Anfang September färbt sich die Heide in ein kräftiges lila und lädt zur Fototour ein. Was auf den ersten Blick wie eine monotone Landschaft mit einigen Wachholderbüschen aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen allerdings als spezieller Lebensraum. Als typische Heidepflanze gilt vor allem die zahlreich vertretene Besenheide. Sobald der Lebensraum etwas nasseren Boden hat, wird sie durch die Glockenheide ersetzt. Die üppige Blütenpracht bleibt jedoch nicht lange unentdeckt. Viele Schmetterlingsarten tummeln  sich über den Heideflächen und trinken den Nektar der Blüten. So können an einem Nachmittag problemlos mehrere verschiedene Schmetterlingsarten beobachtet werden. Darunter Bläulinge, Perlmutterfalter, Zitronenfalter, Feuerfalter oder Weißlinge. An warmen Tagen sieht man sie alle über den Heideflächen fliegen.

Mit dem kräftigen lila der Besenheide lassen sich farbenfrohe Bilder machen.
Mit dem kräftigen lila der Besenheide lassen sich farbenfrohe Bilder machen. Hier ein Perlmutterfalter. © Jan Piecha
Ein kleiner Hauhechel-Bläuling wärmt sich in den frühen Morgenstunden auf.
Ein kleiner Hauhechel-Bläuling wärmt sich in den frühen Morgenstunden auf. © Jan Piecha

Um die Insekten ein bisschen genauer betrachten zu können bieten sich vor allem kühlere Tage oder die frühen Morgenstunden an, da diese wechselwarmen Tiere dann etwas träge sind. Dabei sind sie jedoch nicht ganz so leicht zu entdecken und man muss genauer hinschauen. Neben Schmetterlingen sind auch diverse Libellenarten zu finden, wie die Blaugrüne Mosaikjungfer oder die Gemeine Heidelibelle. Sie benötigen dazu moorige Stellen oder kleine Tümpel in der Nähe, wo sie ihre Eier ablegen können.

Auch einige Reptilienarten können in der Heide beobachtet werden. Blindschleichen und Waldeidechsen halten sich dabei eher an den angrenzenden Waldrändern auf, während Kreuzottern, Schlingnattern und Zauneidechsen auch in den Heideflächen selbst zu finden sind. Als Spaziergänger muss man sich aber keine Sorgen machen. Die Kreuzottern spüren die Erschütterungen der Schritte und verkriechen sich meistens, bevor man sie sieht.

Kreuzottern zählen zu den selteneren Bewohnern der Heideflächen in meiner Gegend.
Kreuzottern zählen zu den selteneren Bewohnern der Heideflächen in meiner Gegend. © Jan Piecha

Als Fotograf muss man daher besonders vorsichtig vorgehen, wenn man auf der Suche nach diesen Tieren ist. Die besten Chancen hat man, genau wie bei den Insekten auch, in den frühen Morgenstunden. Die Reptilien wärmen sich häufig an den gleichen Stellen auf und lassen sich dort immer wieder beobachten. In meinen Fotorevieren lassen sich aber eher die etwas häufigeren Zauneidechsen beobachten. Es bietet sich bei einem Spaziergang durch dieses sensible Ökosystem also durchaus an, die Augen offen zu halten. Mit etwas Glück lassen sich auch immer wieder Säugetiere beobachten, wie Rehe, Rotwild oder Mufflons.

Ein Mufflonwidder beim Durchstreifen einer Heidefläche.
Ein Mufflonwidder beim Durchstreifen einer Heidefläche. © Jan Piecha
Obwohl man die Füchse fast nie sieht, deuten Baue auf ihre Anwesenheit hin.
Obwohl man die Füchse fast nie sieht, deuten Baue auf ihre Anwesenheit hin. © Jan Piecha

Je nach Region variiert die Zusammensetzung der Arten natürlich etwas. Obwohl man die Tiere nicht immer zu Gesicht bekommt, lassen sich doch zumindest ihre Hinterlassenschaften oft nachweisen. Einige Insekten lassen sich an warmen Tagen jedoch immer finden.

Jan Piecha

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